Personen

Alak und Ilke
Noch am Tag ihrer Geburt bringen die Eltern des Zwillingspaares die Säuglinge aus dem Lager, in dem das Elfenvolk festgehalten wird, zum großen Zauberer Scha-Ra. Sie wollen nicht, dass ihre Kinder, wie sie selbst, als Sklaven leben müssen.
Phenomena Zehn Jahre wachsen sie im Schloss des Zauberers heran, behütet, umsorgt und ausgebildet von Scha-Ra und seinem Freund, dem Winterbären Arul.
Im Laufe der Jahre lernten die Elfenkinder von Arul alles, was Eisbärenkinder können müssen, um in der Natur überleben zu können. Er hatte sogar versucht, ihnen beizubringen, den Geruch von Himbeeren und Blaubeeren zu unterscheiden. Aber er verstand, dass das für die beiden zu schwierig war. Am seltsamsten fand Arul, dass Ilke und Alak so verschieden waren. Ilke war eine gute Ringerin und warf sich furchtlos auf Arul. Dann biss und kratzte und schlug sie nach Leibeskräften. Selbst wenn Arul sie festhielt, zischte und wand sie sich wie eine Wildkatze und weigerte sich aufzugeben. Alak hingegen las lieber und ließ sich von Scha-Ras Wissen über das Universum und die Völker begeistern. Der Zauberer lehrte sie außerdem auch die einfache Zauberkunst.
Doch dann werden die Anzeichen immer stärker, dass es sich bei den beiden so unterschiedlichen Geschwistern um die Auserwählten der Prophezeiung aus dem Buch Phenomena handeln könnte, die ihr Volk aus der Knechtschaft befreien und Tarkan, den bösen Tyrannen, endgültig besiegen werden.
Neben Scha-Ra und Arul unterstützen viele unterdrückte Völker des Landes Aldra Alak und Ilke auf ihrer abenteuerlichen Reise durch das Land, indem sie ihnen Unterschlupf gewähren oder ihnen ganz besondere Gaben schenken. Alak wird die Gabe verliehen, mit allen Lebewesen sprechen zu können, und Ilke kann sich mit einem besonderen Umhang unsichtbar machen. Und weil sie als Baby vom Frostfürsten berührt wurde, hat sie die Gabe, nach Belieben Dinge gefrieren zu lassen. Alle glauben an die Fähigkeiten der beiden Kinder, nur der stille Elfenjunge Alak selbst, der am liebsten in aller Ruhe Bücher lesen würde, und das quirlige und unternehmungslustige Elfenmädchen Ilke können immer noch nicht fassen, dass das Überleben ihrer Welt auf ihren schmalen Schultern ruht.


Scha-Ra
Der letzte große Zauberer Scha-Ra ist der Träger der Phenomena und verantwortlich für die Auserwählten der Prophezeiung. 413 Jahre hat er auf die beiden gewartet und hat sich auf ihr Kommen vorbereitet. Nun scheint es so weit zu sein. Was er nicht ahnt, ist, dass er Tarkan besser kennt, als er ahnt und dass genau daran das große Vorhaben – die Rettung des Elfenvolkes und die Befreiung Aldras von Tarkans Tyrannei – scheitern könnte.
Scha-Ras Lehrmeister war der Zauberer Azhel und der Vorgänger von Scha-Ra als Wächter des Buches Phenomena, auf dessen Schloss er und sein Zwillingsbruder ausgebildet wurden. Aruls Großvater hatte Arul erzählt, dass, nachdem das Schloss des Zauberers niedergebrannt war, ein kleiner weinender Junge vor dessen Tür stand. Der Junge hatte seinen Bruder und seinen Meister durch das Feuer verloren und verließ das Winterland. Arul wusste, dass der kleine Junge von damals Scha-Ra war.


Arul
Bis auf Arul sind alle Angehörigen des Wintervolkes, zu dem der Prinz gehört, ausgelöscht worden – von den Murtokks, die mit Tarkan gemeinsame Sache machen. Er ist der treue Gefährte von Scha-Ra und einer der beiden Pflegeväter der Elfenzwillinge. Wo Arul ist, müssen die Kinder keine Angst haben, riesig ist der schneeweiße Bär, stark, und für seine beiden Pflegekinder würde er sich in Stücke reißen lassen. Ohne ihn wären die Chancen der Kinder, die gefährliche Reise durch Aldra zu überleben, nicht sonderlich groß. Zudem hat er mit Tarkan und dessen Verbündeten noch eine Rechnung offen.


Tarkan
Tarkan ist kein Geschöpf, sondern ein Gedanke. Ein böser Gedanke. Wenn er jemanden findet, der den bösen Gedanken denken will, dann wird diese Person zu Tarkan
Der Zauberer Scha-Ra erzählt die Geschichte des Landes Aldra und von Tarkans Entstehung: Alles begann, als das Land Aldra begründet wurde. Über mehrere Jahrhunderte wurde es von einem bösen Herrscher aus dem Norden regiert. Dann erschien Weha. Weha war ein König, der mächtige Zauberkräfte besaß und die Völker von Aldra von dem bösen und rücksichtslosen Herrscher befreien wollte. Nach einem Krieg, der viele Jahre dauerte, gelang es ihm, den Herrscher aus dem Norden über das hohe Elhajim-Gebirge zurückzudrängen. Damit konnten die Leute in Aldra endlich wieder in Frieden leben. König Weha übergab seinem Adoptivsohn Tarkan die Verantwortung, dafür zu sorgen, dass es allen gut ging und sie miteinander leben konnten. Er selbst hütete die Grenze zu den Königreichen im Norden. Während Weha fort war, passierte jedoch etwas Unerwartetes: Tarkan verliebte sich in eine Frau. Er gab ihr alles, worum sie bat, und baute sogar eine von dicken Mauern umgebene Stadt für sie. Die Leute in Aldra mussten Lebensmittel, Gold und Edelsteine abliefern, um Tarkans Wohlstand zu sichern. Und unmerklich veränderte sich alles in Aldra. Tarkan wurde von einem fürsorglichen Helfer zu einem grausamen, herzlosen Tyrannen, der an niemand anderen dachte als an sich selbst und die Frau, die er liebte.
Dann wurde das Land von einer Hungersnot heimgesucht. Obwohl die Leute hungerten und viele starben, verlangte Tarkan, dass sie ihm weiterhin Abgaben leisteten. Seine Frau jagte ihre Bediensteten aus der Stadt, ließ fast alle Kinder des Landes rauben und machte diese zu ihrer neuen Dienerschaft. Als Weha eines Tages nach Aldra zurückkehrte, sah er die Verzweiflung und Sorge der Leute. Er ließ die Stadt mitsamt der Mauer niederreißen. Tarkan selbst wurde aus dem Land gejagt und flüchtete in das im Norden gelegene Königreich. Der dortige böse Herrscher nahm ihn freudig auf, und Weha beschloss, dass die Leute von da an selbst über ihr Schicksal entscheiden sollten.
Weha machte sie halb unsichtbar, damit sie Vorsicht lernte und Verwundbarkeit spürte. Dann wies er sie an, den Himmelsmonolithen im Akéres-Tal nördlich des Hebal-Gebirges zu bauen. Dort wurde sie die Mutter des Azul-Volkes und der vier Himmelsfürsten. Vom Frostfürst Hisch und von seinen Brüdern: Vom Herbstfürst Gruhl, dem Sommerfürst Zuhl und dem Frühlingsfürst Schahm.
»Weha wählte ein Volk aus dem Süden des Landes, das er zu Wächtern des gesamten Königreichs bestellte. Dieses Volk waren die Wanderer. Er gab ihnen mächtige Zauberkräfte. Die Wanderer konnten in die Zukunft blicken und auf sie Acht geben, indem sie Einzelnen helfen, das zu tun, wofür sie bestimmt sind.
Tarkan lebte tausend Jahre, ohne Kontakt zu Aldra und der Frau zu haben, die er so sehr geliebt hatte. Am Ende war er alt und verbittert, aber er starb nicht; von dem Zauberer im Norden hatte er nämlich das ewige Leben erhalten. Nach jenen tausend Jahren kam er mit einem großen Heer nach Aldra zurück. Der Zauberer Azhel rettete Aldra, indem er Tarkan durch einen Zauber im Fluss Monaga ertränkte. Es stellte sich heraus, dass sein Körper sterblich war, doch nicht seine Gedanken. Die waren genauso böse und verbittert, wie es Tarkan selbst gewesen war. Sein böser Gedanke flog umher auf der Suche nach jemandem, den er in Besitz nehmen konnte. Und er fand ihn, denn er findet immer denjenigen, nach dem er sucht: eine Person, die sich Macht ohne Liebe wünscht, die gierig und erbarmungslos ist.«
Tarkan muss verhindern, dass die Prophezeiung in Erfüllung geht, und deshalb wird er versuchen, die Elfenzwillinge und diejenigen, die ihnen beistehen, aufzuhalten.

Das Buch Phenomena
Das prophetische Buch Phenomena hütet nicht nur Prophezeiungen, sondern auch die Geschichte der Welt, seit der Zeit, als sich das Land Aldra aus dem Meer gehoben hat. Fünf große Zauberer haben die Worte des mächtigen Königs Weha aufgeschrieben. In ihm findet sich auch die Prophezeiung, dass die beiden auserwählten Elfen ihr Volk um sich sammeln werden, wenn Tarkan mit seinen Truppen auf der Gredom-Ebene Aufstellung genommen hat. Es wird ihnen gelingen, den bösen Gedanken auszurotten – denn der böse Gedanke ist Tarkan -, und dann wird es endlich Frieden geben.« Der eine Elf wird in der Prophezeiung ›Fürst der Weisheit‹ und ›König der Gerechtigkeit‹ genannt, der andere die ›Tochter des Frostes‹.